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20.04.2011

Ein Jahr Safepoint: Ungenutztes Angebot als „Erfolg“

Busse und Bahnen des Geraer Verkehrsbetriebes sind seit 2010 Anlaufstelle für Kinder in Angst / Thema Gewaltprävention weiterhin im Bewusstsein halten


Seit einem Jahr unterstützt der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH (GVB) durch die Kennzeichnung seiner Fahrzeuge als „Safepoints“ die Arbeit des Geraer Vereins Kindergewaltpräventionsprojekte e.V. 80 Busse und Bahnen sowie der GVB-Kundenservice in der Heinrichstraße sind durch die leuchtend roten Igel-Sticker als sichere Anlaufstelle für Kinder in Angst zu erkennen. In Gefahrensituationen können sich Kinder und Jugendliche an die Fahrer und das Servicepersonal des GVB wenden, diese vermitteln Hilfe, benachrichtigen die Polizei. „Genutzt wurde das Angebot im zurückliegenden Jahr nicht“, sagte GVB-Geschäftsführer Udo Gantzke. „Und in diesem Falle freut es uns sogar, dass unser Service nicht in Anspruch genommen wird.“ Kinder, die sich von Erwachsenen oder Jugendlichen in den GVB-Fahrzeugen, auf der Straße oder im öffentlichen Raum verfolgt, bedrängt, genötigt oder auch nur unwohl fühlen, sollen in den „Safepoints“ Schutz und Zuflucht finden. Die Fahrer alarmieren über die GVB-Leitstelle dann die Polizei, die sich der Kinder annimmt und die Eltern informiert.

Der GVB wird auch weiterhin an der Initiative festhalten. „Als Hauptverkehrsmittel für Kinder und Jugendliche im Stadtgebiet, sehen wir uns da eindeutig in der Pflicht“, so Gantzke. „Alle Fahrgäste sollen sich bei uns sicher fühlen können. Wenn diese Aufkleber dazu beitragen, Konfliktsituationen nicht nur zu entschärfen, sondern vielleicht sogar zu vermeiden, helfen wir gern.“ Dass die Zusammenarbeit mit dem GVB funktioniert, konnte der Verein Kindergewaltpräventionsprojekte e.V. Mitte des vergangenen Jahres selbst erleben. Im Rahmen eines Präventionskurses für Grundschüler, „testeten“ die Kinder den GVB, wendeten sich hilfesuchend an mehrere Fahrer. „Dass unsere Mitarbeiter äußerst besonnen reagiert, zunächst das Kind beruhigt und dann die Polizei verständigt haben, macht mich schon stolz auf die Kolleginnen und Kollegen“, blickt Gantzke zurück. „Sie haben das Anliegen der Safepoint-Initiative verstanden.“

Eigentlich bekräftigen die Igel-Sticker aus Sicht des GVB nur eine Selbstverständlichkeit: Das Fahrpersonal ist angehalten die Polizei einzuschalten, wenn es zu Konfliktsituationen in den Fahrzeugen kommt oder wenn sich Reisende hilfesuchend an die Kollegen wenden. Die Aufkleber sprechen nur noch deutlicher die Zielgruppe der Kinder an. „Grundsätzlich sollte sich aber jeder Fahrgast an unsere Mitarbeiter wenden, der sich in unseren Fahrzeugen unsicher oder bedroht fühlt“, betont Gantzke. Das GVB-Fahrpersonal werde regelmäßig zum Umgang mit solchen Konfliktsituationen geschult.




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