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Die 1950er/60er Jahre

Netzerweiterung in die Vororte

War Gera im zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) von Zerstörungen zunächst weitgehend verschont geblieben, beschädigte die Bombennacht vom 6. April 1945 doch die Kraftwerks-, Schienen- und Oberleitungsanlagen der Stadt erheblich. Dennoch nahm nach Kriegsende bereits im Juni 1945 der Nahverkehr seinen Betrieb wieder auf. Ging die Gesellschaft im Juli 1949 ins Eigentum der Stadt über, firmierte sie zunächst als „KWU-Verkehrsbetriebe“ und wurde 1951 in VEB (K) Städtischer Verkehr umbenannt. Ab 1962 lautete die Firmenbezeichnung schließlich „VEB (K) Verkehrsbetriebe der Stadt Gera“.

Die 1950er Jahre waren von einer Erweiterung des Nahverkehrsnetzes auch in die Vororte geprägt. So wurde 1950 eine Buslinie eingerichtet, die die Straßenbahnendstelle in Tinz mit Langenberg verband, 1952 kamen Buslinien in die Westvororte hinzu. Seit 1950 waren zudem auch die inzwischen vier Geraer O-Busse wieder im Einsatz, nachdem die Schäden an den Oberleitungen für die Elektrofahrzeuge repariert worden waren. Um die neuen Wohngebiete in Lusan zu erschließen, wurden ab 1956 die Straßenbahntrasse verlängert: Auf der Debschwitzer Seite über die Keplerstraße bis zur Zoitzbergstraße und auf der Zwötzener Seite von der Straße der Aktivisten (heute Ruckdeschelstraße) über die Zwötzener Brücke bis zur Zoitzbergstraße. Als schließlich auch die auf der Zwötzener Seite gelegene Ochsenbrücke befahrbar war, setzte ab 1959 ein Ringverkehr ein: Von der Straße der Republik (heute Heinrichstraße) über Debschwitz – Lusan – Zwötzen – Wintergarten wieder zurück zur Straße der Republik. Von dort führten die Straßenbahnlinien weiter nach Tinz und nach Untermhaus. Das Straßenbahndepot befand sich weiterhin in der Neuen Straße, also ebenfalls im Zentrum.

Ab 1960 machte die Wendeschleife in Tinz (in Untermhaus bestand bereits seit 1930 eine solche Wendemöglichkeit) das umständliche Rangieren auf Ausweichgleisen überflüssig. Künftig konnten so genannte „Ein-Richtungs-Fahrzeuge“ eingesetzt werden, die nur noch an einem Fahrzeugende einen Fahrerstand und nur noch auf der rechten Fahrzeugseite Türen hatten.

Die seit 1961 gebaute Umsteigestelle in der Straße der Republik (Heinrichstraße) wurde 1964 anlässlich der Arbeiterfestspiele offiziell eingeweiht - die bis dahin genutzte Umsteigestelle am Roßplatz entfiel. Bis 1978 sollte es dauern, ehe auch alle Bushaltestellen von der Ernst-Thälmann-Straße in die Straße der Republik verlegt wurden und ein echter Verkehrsknotenpunkt entstand – wie er sich übrigens heute in der zentralen Umsteigestelle Heinrichstraße wieder findet.

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