Wie könnte ein nachhaltiges Verkehrsmittel von morgen aussehen? Und welche Ideen haben eigentlich Kinder dazu?
Vom 22. bis 24. September 2026 wird der Betriebshof der GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH (GVB) zur kreativen Lern- und Erlebniswelt. Beim Projekt „Mit der Bahn in die Zukunft“ entdecken Grundschulkinder aus Gera den öffentlichen Nahverkehr aus einer ganz neuen Perspektive. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) und dem Kreativ Mobil Erfurt lädt die GVB die Kinder dazu ein, Mobilität nicht nur kennenzulernen, sondern selbst weiterzudenken.
Mit dabei sind dritte Klassen der Semper Schule und der Bergschule sowie eine vierte Klasse der Grundig Gemeinschaftsschule. Für die Schülerinnen und Schüler wird der Projekttag zu einer Reise in die Zukunft des Nahverkehrs – mit Einblicken hinter die Kulissen des Verkehrsbetriebs, kreativen Aufgaben und viel Raum für eigene Ideen.
„Nachhaltige Mobilität beginnt nicht erst mit der Frage, welches Verkehrsmittel wir nutzen. Sie beginnt auch damit, dass Kinder früh erleben, welche Möglichkeiten Bus, Bahn und Straßenbahn bieten und dass sie ihre eigenen Ideen für die Mobilität der Zukunft entwickeln können“, sagt Sascha Georgy, Geschäftsführer des VMT. „Wir freuen uns, dieses kreative Projekt gemeinsam mit der GVB und dem Kreativ Mobil Erfurt hier in Gera durchführen zu können und Kindern einen spielerischen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen.“
Einsteigen, entdecken und Zukunft bauen
Schon der Weg zum Betriebshof gehört zum Erlebnis: Die Kinder werden in Schulnähe abgeholt und während der Fahrt spielerisch an die Themen öffentlicher Nahverkehr, Umwelt und nachhaltige Mobilität herangeführt.
Auf dem Betriebshof der GVB angekommen, dürfen sie einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dabei erfahren sie, was Tag für Tag alles zusammenspielen muss, damit Busse und Straßenbahnen zuverlässig durch Gera fahren.
„Als Verkehrsbetrieb gestalten wir nachhaltige Mobilität jeden Tag ganz konkret. Umso wichtiger ist es uns, auch die nächste Generation dafür zu begeistern. Wenn Kinder unseren Betriebshof entdecken, Fragen stellen und anschließend ihre ganz eigenen Verkehrsmittel der Zukunft bauen, wird Nachhaltigkeit für sie greifbar. Und vielleicht steckt in der einen oder anderen Idee sogar etwas, von dem wir Erwachsenen noch lernen können“, sagt Ralf Roscher, Betriebsleiter der GVB.
Anschließend sind Fantasie und Ideenreichtum gefragt: Aus Rest- und Recyclingmaterialien entstehen die Nahverkehrsmittel der Zukunft. Ob schwebender Bus, solarbetriebene Straßenbahn oder eine völlig neue Erfindung – erlaubt ist, was sich die jungen Zukunftsgestalterinnen und Zukunftsgestalter vorstellen können.
Unter Anleitung des Kreativ Mobils Erfurt wird gebaut, ausprobiert und gemeinsam getüftelt. Ganz nebenbei erleben die Kinder, wie aus vermeintlich nutzlosen Materialien etwas Neues entstehen kann – und wie viel Spaß Nachhaltigkeit machen kann. Herr Glöde, Mitgründer des Kreativ Mobils Erfurt, erklärt: „Bei jedem Projekttag erleben wir, wie die Kinder aufblühen. Wir geben ihnen die Zeit, den Raum und die Materialien an die Hand, um ihre Kreativität an die Oberfläche zu begleiten. Sind sie dort einmal angekommen, merkt man schnell, was in diesen Köpfen brodelt. Wir wollen Nachhaltigkeit im Ganzen erlebbar machen – und am besten gelingt uns das im Spiel.“
Nachhaltige Mobilität von klein auf erleben
„Mit der Bahn in die Zukunft“ knüpft unmittelbar an die Europäische Mobilitätswoche 2026 an, die vom 16. bis 22. September europaweit für nachhaltige Mobilität sensibilisiert. Das Projekt greift diesen Gedanken auf und bringt ihn direkt in die Lebenswelt der Kinder: nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern durch Entdecken, Ausprobieren und eigenes Gestalten.
Zum Abschluss geht es zurück zur Schule. Auf der Fahrt bleibt Zeit, gemeinsam auf den Tag zurückzublicken: Was haben die Kinder über Bus und Straßenbahn gelernt? Was bedeutet Nachhaltigkeit für sie? Und vor allem: Wie möchten sie selbst in Zukunft unterwegs sein?
Der Verkehrsverbund Mittelthüringen finanziert das Projekt und ermöglicht den drei Geraer Schulklassen damit die kostenfreie Teilnahme. So wird aus einem Projekttag eine kleine Reise in die Zukunft – mit vielen Ideen, neugierigen Fragen und vielleicht sogar dem einen oder anderen Verkehrsmittel, das es heute noch gar nicht gibt.